Produktion

In Deutschland dienen die meisten Moorflächen der Produktion von Futter- und Nahrungsmitteln und Rohstoffen. Ca. 40 % werden als Grünland genutzt, 36 % als Acker, 14 % als Forst und 1 % zum Torfabbau für den Gartenbau. Alle diese Nutzungen sind auf eine mehr oder weniger intensive Drainage der Moorböden angewiesen, da die herkömmlichen land- und forstwirtschaftlichen Nutzpflanzen nicht auf nassen Böden gedeihen und die Böden nur im trockenen Zustand gut befahrbar sind. In Nischen entwickelt sich derzeit eine klima- und moorfreundliche alternative nasse Nutzung der Moore, die teilweise auch als „Paludikultur“ bezeichnet wird [1]. Dabei steht die Produktion nachwachsender Rohstoffe im Vordergrund, z.B. Torfmoose als Torfersatz [2], Rohrkolben, Schilf oder Erlen als Baustoff, oder Rohrglanzgras zur Energieerzeugung [3]. Fördermöglichkeiten durch Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik diskutiert [4]. 

 

 

Extensive Beweidung von Hochmoorgrünland (© B. Tiemeyer)

[1] Website der Universität Greifswald: Paludikultur [link]

[2] Website der Universität Greifswald: Torfmooskultivierung [link]

[3] Website der Universität Greifswald: Energiebiomasse [link]

[4] Röder, N., Osterburg, B., Liebersbach, H., Bormann, K.: Faktencheck Agrarreform: Beitrag der EU-Agrarreform zur Bewirtschaftung organischer Böden im Einklang mit Natur- und Klimaschutz – Möglichkeiten und Grenzen, Thünen Working Paper 24, 2014. [pdf]