Biodiversität

Moore beherbergen eine Vielzahl seltener, teilweise vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Moortypische Arten sind an die extremen Standortbedingungen dieser einzigartigen Lebensräume angepasst und haben hier Konkurrenzvorteile gegenüber anderen Arten. Die Lebensgemeinschaften sind vom Moortyp abhängig. Die Niedermoore sind im Vergleich zu den Hochmooren artenreicher. Die meist der hochspezialisierten, konkurrenzschwache Arten haben außerhalb der Moore keine Überlebenschance.  

 

 

Kreuzotter (© B. Tiemeyer)

 

Die Nutzung vieler Moore begann bereits vor Jahrhunderten. Die damit verbundene Entwässerung wurde in den letzten Jahrzehnten verstärkt. Torfgewinnung, eine intensive Land- und Forstwirtschaft führten zu einem drastischen Rückgang der moortypischen Arten. Großflächige, intakte Moorlandschaften sind in Deutschland nicht mehr vorhanden. Die meisten Moore sind stark degradiert und naturnahe auf kleine Restflächen geschrumpft. Viele Arten dieser Lebensräume sind in ihrem Bestand gefährdet oder bereits ausgestorben. In der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands werden alle Moorlebensräume, entweder als stark gefährdet oder sogar von einer vollständigen Vernichtung bedroht, aufgeführt.

 

Aufgrund des Rückgangs und der anhaltenden Gefährdung wurden viele Moore unter Schutz gestellt. In der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ist die Erhaltung und Renaturierung von Moorflächen festgeschrieben. Mit den Schutzbemühungen konnte ein Großteil der Moore gesichert werden. Die meisten Moore sind jedoch stark degradiert, vielerorts ist der Wasserhaushalt gestört. Umfangreiche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen werden auch in Zukunft nötig sein, um die biologische Vielfalt zu erhalten und zu fördern.

 
Quelle:
Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands (2006)
Rote Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands (1996)

 

Link: http://www.bfn.de/0322_rote_liste.html