Erhebung von Indikatoren - Hydrologie

Die Erfassung von hydrologischen Zustandsgrößen und Prozessen ist von grundlegender Bedeutung für ein ganzheitliches Verständnis von Moorökosystemen. Ein hydrologisches Monitoring ist wichtig für die erfolgreiche Planung von Wiedervernässungsmaßnahmen und ermöglicht die Erfolgskontrolle nach den Maßnahmen. In beiden Fällen muss das Monitoring bereits vor der Maßnahme beginnen, um den Ausgangszustand genügend beschreiben zu können. Dies ist umso mehr der Fall, wenn die Wirkung von Vernässungsmaßnahmen auf Ökoystemleistungen wie Klimaschutz und Nährstoffretention quantifiziert werden sollen.

 

Für ein umfassendes Verständnis eines Standorts müssen alle den Wasserhaushalt bestimmenden Größen erhoben werden. Dies sind Niederschlag, Verdunstung, Grundwasserzufluss und -abfluss, Oberflächenwasserzufluss und -abfluss sowie Speicheränderungen. In der Praxis ist solch ein Messprogramm meist nicht zu finanzieren, so dass in vielen Anwendungen die Grundwasserstände im Torfkörper eine zentrale Rolle spielen. Sie sind die maßgebliche Zielgröße im Rahmen von Moorschutzprojekten. Die Wiederherstellung der typischen Wasserstände und Wasserstandsschwankungen muss ein prioritäres Ziel bei einer vollständigen Moorregeneration sein.

 

In diesem Dokument [] werden Methoden des hydrologischen Monitorings einschließlich ihrer Vor- und Nachteile zusammengefasst. Für die Verwendung der erfassten Parameter in der Maßnahmenplanung oder der Bewertung der Ökosystemleistungen sind zum Teil weitere Informationen zu Topographie, Vegetation (hier mehr zur Indikatorfunktion der Vegetation für den Wasserstand) und Bodeneigenschaften notwendig.  

 

 

Grundwasserpegel im Moor (links) und Abhängigkeit der geschätzten Fehler des Jahresmittelwasserstandes von der Messhäufigkeit (links, Details in Bechtold & Tiemeyer, 2015 []).