Erholung und weitere kulturelle Leistungen

Moore sind faszinierende und geheimnisvolle Lebensräume. „Oh, Schaurig ist’s, übers Moor zu gehen“. Diese Worte von Annette von Droste-Hülshoff aus ihrem fast 200 Jahre alten Gedicht lässt fast bei jedem ein kleines Schauer über den Rücken laufen. Heute sind die meisten Moore entwässert und es ist ungefährlich sie zu betreten. Dennoch haben sie ihren Reiz nicht verloren. Werte wandeln sich - früher wurde jeder Quadratmeter nutzbar gemacht, heute erkennt man, dass die Natur ihren eigenen Wert hat und der Ruhe und Erholung dienen kann.

 

Moore erbringen somit auch kulturelle Leistungen [1, 2]:

  • Erholung und Gesundheit: Bereitstellung von vielfältigen Freizeitmöglichkeiten wie z.B. Wandern, Radfahren, Schwimmen, Bootfahren, die neben ihrer Erholungswirkung auch einen Effekt auf die Gesundheit der Menschen haben können. Zudem ist der Tourismus, als wichtiger Wirtschaftsfaktor in vielen ländlichen Regionen, auf diese Leistungen der Natur angewiesen.
  • Ästhetik und Identifikation: Die Bereitstellung eines schönen und ästhetisch wertvollen Landschaftsbilds kann zum psychischen Wohlbefinden der Menschen beitragen, ist aber auch wichtig als Identität stiftender Faktor.
  • Wissenschaft und Forschung: Die Natur ist häufig Vorbild für technische Innovationen und ist Forschungsobjekt bspw. für Geo-, Bio- und Umweltwissenschaften.

 

 

 

Moorbahnfahrten wie hier im Ahlenmoor erfreuen sich großer Beliebtheit (© B. Tiemeyer)

 

Wenn von der Erholungsfunktion von Mooren gesprochen wird, so ist hiermit ein Teil der kulturellen Leistungen gemeint, die Moore für die Gesellschaft erbringen. Menschen nutzen insbesondere naturnahe Moorgebiete für Wanderungen, Spaziergänge und Radtouren, Moore bieten jedoch auch die Möglichkeit zu Ruhe, Entspannung und Besinnung. Diese Leistungen werden in vielen Fällen vornehmlich durch die einheimische Bevölkerung wahrgenommen, in anderen Fällen werden sie auch touristisch vermarktet (Moorbahnfahrten etc.) und tragen somit zur Regionalentwicklung bei. Häufig geht dabei  Erholungsnutzung mit Bildungsangeboten (z.B. Infotafeln, Naturerlebnispfaden oder Vogelbeobachtungsstationen) einher.  

 

 

[1]   Mehl, D. (2012): Technische Maßnahmen im Gewässerschutz zum Schutz von Ökosystemleistungen – Ansatzpunkte für ökonomische Bewertungen. In: Hansjürgens, B. & Herkle, S. (Hrsg.): Der Nutzen von Ökonomie und Ökosystemleistungen für die Naturschutzpraxis. Workshop II: Gewässer, Auen und Moore. BfN-Skripten 319, Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg. [link]

[2]   Naturkapital Deutschland - TEEB DE (2012): Der Wert der Natur für Wirtschaft und Gesellschaft - Eine Einführung. ifuplan, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Bundesamt für Naturschutz, München, Leipzig, Bonn. [link]