Wasser

Ein naturnahes Moor zeichnet sich durch einen stabilen Grundwasserflurabstand aus. Er bewegt sich bei zum Teil gleichzeitiger Bewegung der Geländeoberfläche (Quellung/Schrumpfung, Aufschwimmen von Vegetation) die meiste Zeit des Jahres in den obersten 5 bis 10 cm des Torfkörpers. Dieses hydrologische Sonderverhalten von Mooren wirkt sich vielfältig auf die Dynamik der Vorfluter im Abstrom aus [1-4]. Moore können Hochwasserspitzen sowohl abschwächen als auch verstärken sowie Basisabflüsse erhöhen oder reduzieren. Die konkrete Auswirkung ergibt sich aus dem komplexen, standortspezifischen Zusammenspiel von physikalischen Torfeigenschaften [3], Hangneigung [5], Struktur und Speichervolumen des Mikrorelief [5], Zusammensetzung der Vegetationsbedeckung [6], Ausgangswasserstand vor dem Niederschlagsereignis [7] sowie der Lage des Moores im Gesamt-Einzugsgebiet des betreffenden Vorfluters [8]. Lediglich bei der Lage eines Moorkörpers in einer Überflutungsfläche ist eine Retentionswirkung eindeutig [2]. Des weiteren zeichnen sich Moore durch ein spezifisches Mikro-/Mesoklima aus. Merkliche Einflüsse auf das umgebende Regionalklima sind nur bei größeren Moorkörpern zu erwarten.  Neben diesen direkten Ökosystemleistungen beeinflusst der hydrologische Zustand eines Moores entscheidend die Ökosystemleistungen Biodiversität, Nährstoffhaushalt und Klimarelevanz.
 

Ökosystemleistungen Wasserhaushalt

 

 

Ein Blick in ein wiedervernässtes Hochmoor (© B. Tiemeyer)


[1]    Bonnett, S.A.F., Ross, S., Linstead, C. & E. Maltby, 2011: A review of techniques for monitoring the success of peatland restoration, Natural England Commissioned Report NECR086. [link]
[2]    Bullock, A. & M. Acreman, 2003: The role of wetlands in the hydrological cycle. Hydrol. Earth Syst. Sci. 7, 358-389. [pdf]
[3]     Holden, J., Chapman, P.J. & J. C. Labadz, 2004. Artificial drainage of peatlands: hydrological and hydrochemical process and wetland restoration. Prog Phys Geog 28, 95-123 [Link]
[4]    Schumann, M. & H. Joosten, 2008: Global Peatland Restoration Manual. Universität Greifswald [pdf]
[5]    Kvaerner, J. & B. Klove, 2008. Generation and regulation of summer runoff in a boreal flat fen. J. Hydrol. 360, 15-30. [link]
[6]    Grayson, R., J. Holden, J. & R. Rose, 2010: Long-term change in storm hydrographs in response to peatland vegetation change. J. Hydrol. 389, 336-343. [link]
[7]    Daniels, S.M., Agnew, C.T., Allott, T.E.H. & M.G. Evans, 2008: Water table variability and runoff generation in an eroded peatland, South Pennines, UK. J. Hydrol. 361, 214-226. [link]
[8]    Higgs, G., 1987. In: Palaeohydrology in practice, K. J. Gregory, J. Lewin, J. B. Thornes, Eds. (Chichester: John Wiley and Sons, 1987), vol. 131–59.